Ein Einkochtopf ist deine Eintrittskarte in die Welt des Haltbarmachens. Mit ihm kannst du Obst, Gemüse sicher konservieren und so deine Ernte haltbar machen. Dabei muss ein guter Einkochtopf nicht teuer sein – wenn du sorgsam mit ihm umgehst, wird er dir ein Leben lang gute Dienste leisten. In diesem Beitrag erfährst du, worauf du beim Kauf achten solltest, welche Eigenschaften ein guter Einkochtopf haben sollte und wie du ihn richtig pflegst.
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Wofür eignet sich ein Einkochtopf?
Ein Einkochtopf ist genau das Richtige für dich, wenn du im Wasserbad einkochen möchtest. Diese Methode eignet sich für Lebensmittel mit einem hohen Säuregehalt, zum Beispiel:
- Früchte und Marmeladen: enthalten genug Säure, um das Wachstum gesundheitsschädlicher Bakterien zu hemmen
- Süß-saure Chutneys: Die Kombination aus Essig und Zucker verhindert, dass sich Bakterien vermehren
- Eingelegtes Gemüse: saures Eingemachtes wie Gurken oder Mixed Pickles
Wichtig: Ein Einkochtopf eignet sich nicht für Lebensmittel mit niedrigem Säuregehalt, wie ungesäuertes Gemüse oder Fleisch. Für diese Produkte brauchst du einen Pressure Canner, der unter Druck Temperaturen über 100 °C erreichen kann. Mehr Infos dazu findest du in meinem Beitrag „Pressure Canner kaufen – Modelle & Tipps für Deutschland“.
Wenn du neu beim Einkochen bist oder dir unsicher bist, wie das Einkochen im Wasserbad genau abläuft, erkläre ich dir die Methode Schritt für Schritt in meinem Beitrag „Sicher Einkochen im Wasserbad – Die perfekte Anleitung für Einsteiger“.
Warum der Backofen keine sichere Alternative zum Einkochen ist, erkläre ich dir in meinem Beitrag „Warum Einkochen im Backofen unsicher ist“.
Was macht einen guten Einkochtopf aus?
Ein hochwertiger Einkochtopf sollte folgende Eigenschaften haben:
- Material: Einkochtöpfe bestehen meist aus Emaille oder Edelstahl. Beide Materialien sind langlebig und eignen sich gut für das Einkochen. Achte darauf, dass der Topf keine Beschädigungen aufweist. Abplatzungen an der Emaille können dazu führen, dass der Topf rostet.
- Größe und Tiefe: Die Gläser im Topf müssen vollständig mit Wasser bedeckt sein. Achte deshalb darauf, dass der Einkochtopf tief genug ist. Die Glasdeckel sollten mindestens zu 2,5 cm mit Wasser bedeckt sein. Welche Gläser sich fürs Einkochen eignen und worauf du bei der Auswahl achten solltest, zeige ich dir im Beitrag „Einmachgläser im Vergleich – welche Gläser sich zum Einkochen eignen“.
- Flacher Boden: Ein flacher Boden ist besonders wichtig, wenn du auf einem Elektro- oder Induktionsherd einkochen möchtest, denn er sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung.
- Deckel: Ein Deckel sorgt dafür, dass die Wärme im Topf bleibt. Es gibt Deckel aus Plastik, Glas, Edelstahl und Emaille. Entscheide dich am besten für eine langlebige und umweltfreundliche Variante.
- Einkochgitter: Damit deine Gläser beim Einkochen nicht mit dem heißen Topfboden in Berührung kommen und zerbrechen, benötigst du ein Einkochgitter. Dieses sollte den Topfboden am besten vollständig ausfüllen. Meist musst du dieses zusätzlich erwerben. Warum ein Einkochgitter so wichtig ist und welche Alternativen es gibt, erkläre ich dir ausführlich im Beitrag „Einkochgitter – Warum sie wichtig sind und welche Alternativen es gibt“.
- Thermometer (optional): Einige Einkochtöpfe kannst du mit einem passenden Thermometer kaufen, das über eine Öffnung im Deckel die Wassertemperatur misst. Wenn du nach Weck einkochst, so musst du die in jedem Rezept angegebene Wassertemperatur erreichen und halten. Da ich nach der amerikanischen Methode einkoche, nutze ich ein Thermometer nur zum Erhitzen des Einkochwassers bevor ich die Gläser in den Topf setze, aber nicht zur Temperaturkontrolle während des Einkochvorganges. Die genauen Schritte dazu findest du in meinem Beitrag Sicher Einkochen im Wasserbad – Die perfekte Anleitung für Einsteiger.
Einkochgitter in Emaille-Einkochtopf
vollständig bedeckte Gläser in Wasserbad
Einkochtopf vs. Einkochautomat
Auf dem deutschen Markt gibt es Einkochautomaten, die elektrisch betrieben werden und ein hohes Füllvolumen haben. Ein Einkochautomat scheint auf den ersten Blick praktisch, hat aber einige Nachteile. Deshalb nutze ich lieber einen einfachen Einkochtopf:
- Platzbedarf: Ein Einkochautomat ist oft sehr groß. Du benötigst dafür Stauraum.
- Zeitmessung: Bei einigen Modellen kannst du Einkochzeiten erst ab 20 Minuten einstellen. Damit eignen sie sich nicht für Lebensmittel, die unter 20 Minuten eingekocht werden müssen, wie Marmeladen und Gelees.
- Heizzeit: Einkochautomaten herhitzen im Vergleich zu z. B. einem Gasherd das Wasser nur sehr langsam, was den Einkochprozess deutlich verlängert.
- Reinigung: Durch Elektrokomponenten ist die Reinigung umständlicher, da sie nicht mit Wasser in Berührung kommen dürfen.
- Langlebigkeit: Elektrokomponenten können kaputt gehen. Falls sie sich nicht reparieren lassen, kannst du den kompletten Einkochautomaten nicht mehr nutzen.
Warum der Backofen ebenfalls keine sichere Alternative zum Einkochen ist, erkläre ich dir ausführlich in meinem Beitrag „Warum Einkochen im Backofen unsicher ist“.
Bedienfeld eines elektronischen Einkochautomaten (Marke verpixelt)
Pflege des Einkochtopfes
Damit dein Einkochtopf lange hält, beachte folgende Tipps:
- Reinigung nach dem Gebrauch: Warmes Wasser und ein mildes Reinigungsmittel genügen. Reinige besonders Emaille lieber per Hand und nicht im Geschirrspüler.
- Trocken lagern: So vermeidest du die Bildung von Rost.
- Schonende Handhabung: Emaille ist empfindlich gegen Stöße und kann abplatzen.
- Abkühlen lassen: Heiße Emaille kann rissig werden, wenn sie mit kaltem Wasser in Kontakt kommt. Lass den Topf vor der Reinigung abkühlen.
- Nicht leer erhitzen: Das kann die Beschichtung beschädigen.
Einkochtopf und Herdarten – was du wissen musst
Ein Einkochtopf soll dir das Einkochen leichter machen, nicht komplizierter. Trotzdem lohnt es sich, kurz hinzuschauen, auf welchem Herd du kochst – und was das für die Wahl deines Topfes bedeutet. Vor allem bei Induktion und Glaskeramik gibt es ein paar Dinge, die du im Hinterkopf behalten solltest.
Welcher Herd passt zu welchem Einkochtopf?
- Induktionsherd: Damit dein Einkochtopf auf Induktion funktioniert, braucht er einen magnetischen Boden. Am besten liegt der Topf großflächig und eben auf, damit sich Hitze und Gewicht gut verteilen.
- Glaskeramik / Ceran: Auf Ceran kannst du grundsätzlich alle Einkochtöpfe verwenden. Wichtig ist vor allem, dass der Topf plan aufsteht und nicht nur auf kleinen Punkten aufliegt.
- Gasherd: Hier bist du in Sachen Gewicht am entspanntesten unterwegs. Der Topf steht auf dem Topfträger, nicht auf einer Glasfläche.
Gasherd: ideal für schwere Einkochtöpfe
Wie schwer wird ein voller Einkochtopf?
Je nach Größe und Wassermenge bringt ein voll gefüllter Einkochtopf etwa 20 bis 35 kg auf die Waage. Das klingt zunächst viel, liegt aber in einer Größenordnung, die auch im Küchenalltag vorkommt – zum Beispiel bei großen Suppentöpfen oder Brätern.
Ob dein Herd damit gut klarkommt, hängt vom jeweiligen Gerät und vom Kücheneinbau ab. Das lässt sich von außen nicht immer eindeutig sagen. Was du aber selbst gut beeinflussen kannst, ist der Umgang mit dem Topf:
- Achte darauf, dass er flächig und stabil aufliegt
- Stelle ihn ruhig ab und lass ihn nicht fallen
- Schiebe ihn nicht über das Kochfeld
Meine Empfehlungen
Culinario Einkochtopf (Amazon-Link)
- Sowohl der Topf als auch der Deckel bestehen aus emailliertem Material
- Ohne oder mit Thermometer (Amazon-Link) erhältlich.
- Hohes Füllvolumen von 28 Litern für größere Mengen Einkochgut
- Für alle Herdarten einschließlich Induktion geeignet
- Passendes Einkochgitter: Weck Einlegerost
KADAX Emaillierter Einkochtopf (Amazon-Link)
- Komplett aus emaillierem Material hergestellt
- Ein Einkochgitter ist im Set enthalten
- Mit einem Füllvolumen von 15 Litern für kleinere Einkochmengen geeignet
- Platzsparend
- Für alle Herdarten einschließlich Induktion geeignet
GSW 643474 Profi-Topf (20 Liter, Edelstahl) (Amazon-Link)
- großer Kochtopf mit 20 Litern Füllvolumen, der auch als Einkochtopf genutzt werden kann
- Fasst bis zu 10 Weck-Sturzgläser (500 ml)
- besteht aus Edelstahl mit Glasdeckel
- Für alle Herdarten einschließlich Induktion geeignet
- Passendes Einkochgitter: Pastoralist Rack Canning Kit (Amazon-Link), 2 Pack Edelstahl Canner Rack (Amazon-Link)
VEVOR Einmachzubehör Starter Set 9 TLG Einmachwerkzeug (Amazon-Link)
- Komplettset mit: Topf, Einkochgitter, Deckel, Trichter, Zange, Schöpfkelle, Glasheber, Schraubenschlüssel, magnetischer Deckelheber, Seifenblasenaufsatz, Messbecher
- Der Topf mit rund 25 Liter Füllvolumen besteht, wie der Deckel, aus Edelstahl
- Werkzeug aus Edelstahl mit Silikon-Schutzbeschichtung
- ABER: keine Informationen, ob induktionsgeeignet
Einkochtopf aus Emaille
Einkochtopf aus Edelstahl mit Einsatz aus Aluminium
Fazit
Mit einem guten Einkochtopf kannst du viele Jahre zuverlässig im Wasserbad einkochen und dir einen verlässlichen Vorrat anlegen. Wichtig ist, dass der Topf zu deinem Herd passt und zu dem, was du einkochen möchtest. Wenn du ihn sorgsam nutzt und pflegst, begleitet er dich oft ein ganzes Leben lang.
Für säurearmes Gemüse reicht ein Einkochtopf im Wasserbad allerdings nicht aus – dafür brauchst du einen Pressure Canner, der die nötigen Temperaturen sicher erreicht. In meinem Beitrag „Pressure Canner kaufen in Deutschland“ gehe ich auf die gängigen Fragen zum Kauf eines Druckkochtopfes ein und stelle mehrere Modelle vor.
Hast du schon einen Einkochtopf im Einsatz? Schreib mir gern in die Kommentare, was du an deinem Modell besonders magst – Größe, Handhabung oder vielleicht die Vielseitigkeit.
Häufige Fragen rund um den Einkochtopf
Wofür eignet sich ein Einkochtopf?
Ein Einkochtopf ist ideal für das Einkochen im Wasserbad – also für säurehaltige Lebensmittel wie Obst, Marmeladen, Chutneys oder sauer eingelegtes Gemüse. Für säurearme Lebensmittel wie ungesäuertes Gemüse oder veganes Gulasch brauchst du dagegen einen Pressure Canner.
Was ist der Unterschied zwischen einem Einkochtopf und einem Einkochautomaten?
Ein Einkochtopf wird auf dem Herd verwendet und ist langlebig, flexibel und platzsparend. Ein Einkochautomat ist elektrisch betrieben, meist deutlich größer, heizt langsamer auf und ist schwerer zu reinigen. Manche Automaten lassen keine kurzen Einkochzeiten zu – das kann problematisch sein bei Marmeladen und Gelees.
Welche Eigenschaften sollte ein guter Einkochtopf haben?
Er sollte aus Emaille oder Edelstahl bestehen, tief genug sein, damit die Gläser komplett mit Wasser bedeckt sind, einen flachen Boden für gleichmäßige Hitzeverteilung haben und über einen passenden Deckel sowie ein stabiles Einkochgitter verfügen. Ein Thermometer ist optional – je nach Methode.
Was ist beim Einkochen auf Induktion zu beachten?
Der Einkochtopf braucht einen magnetischen Boden. Außerdem solltest du prüfen, ob dein Herd für schwere Töpfe geeignet ist. Konkrete Gewichtsangaben finden sich in den Herstellerunterlagen allerdings selten – im Zweifel hilft eine kurze Rückfrage beim Hersteller weiter.
Wie pflege ich meinen Einkochtopf richtig?
Nach dem Einkochen mit warmem Wasser und mildem Spülmittel reinigen – Emaille am besten per Hand. Vor dem Säubern gut abkühlen lassen, trocken lagern und niemals leer erhitzen, um die Beschichtung nicht zu beschädigen.
Brauche ich ein Thermometer beim Einkochen im Einkochtopf?
Nur, wenn du nach Weck-Rezepten einkochst – dann hilft ein Thermometer, die Temperatur exakt zu halten. Bei der USDA-Methode, die ich verwende, reicht es, die Einkochzeit ab dem Siedepunkt zu starten – ohne Thermometer.
Was kostet ein guter Einkochtopf?
Schon ab 30–40 € bekommst du gute Modelle. Wichtig ist nicht der Preis, sondern die Kombination aus Material, Größe, Herdkompatibilität und Zubehör. Wer pfleglich mit dem Topf umgeht, hat oft ein Leben lang etwas davon.
Welches Zubehör ist sinnvoll?
Ein Einkochgitter ist ein Muss – es schützt deine Gläser vor dem direkten Kontakt mit dem heißen Topfboden. Viele Töpfe enthalten keins, also unbedingt mit einplanen. Ein Glasheber ist ebenfalls hilfreich – für sicheres Arbeiten mit heißen Gläsern.



























