Tomatenmarmelade einkochen, geht das wirklich? Ja, das geht wirklich und ist auch noch unheimlich lecker! In meinem letzten Schwedenurlaub bin ich in einem Laden auf kleine, sündhaft teure Gläschen mit Tomatenmarmelade gestoßen. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Kosten gescheut habe. Natürlich musste ich sofort ein Glas kaufen und ausprobieren. Und was soll ich sagen? Der süße Aufstrich war ein echter Genuss.
Zu Hause angekommen, machte ich mich gleich ans Werk und kochte fleißig Tomatenmarmelade ein, nur dass es ein echter Reinfall wurde. Die Marmelade gelierte leider absolut nicht, und ich lernte auf die harte Tour, dass Tomaten sehr wenig Pektin enthalten. Ich habe heute noch die gefüllten Gläser und bringe es nicht übers Herz sie wieder zu leeren. Vielleicht finde ich noch eine Verwendung.
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Neue Ernte, neues Glück
Diesen Sommer sollte es jedoch anders werden. Ich hatte es fest vor: diesmal will ich eine Tomatenmarmelade einkochen, die gut geliert. Nach meinem vorangegangenen Fehlversuch, entschied ich mich an zwei Stellschrauben zu drehen: ich erhöhte die Menge an Gelierzucker und kaufte beim regionalen Biohändler reife San Marzano Tomaten, da diese besonders viel Fruchtfleisch enthalten und verhältnismäßig wenig wässrig sind. Und was soll ich sagen? Es hat funktioniert und ich wurde mit einer gut gelierten und streichfähigen Tomatenmarmelade belohnt. Verfeinert mit Vanille und Chiliflocken, war es dann noch besser. Du kannst aber auch andere Gewürze, wie Basilikum, Rosmarin oder etwas gemahlene Tonkabohne hinzufügen. Ganz wichtig ist die Säure. Wenn dein Gelierzucker keine Citronensäure enthält, solltest du 2 EL Zitronensaft hinzufügen. Sonst schmeckt deine Marmelade viel zu süß.
Tomaten enthalten von Natur aus sehr wenig Pektin. Deshalb gelieren sie deutlich schlechter als viele Früchte. Wenn du verstehen möchtest, warum Marmelade und Gelee überhaupt fest werden und welche Rolle dabei Zucker, Säure, Pektin und Hitze spielen, findest du die wichtigsten Grundlagen im Beitrag „Marmelade & Gelee sicher einkochen“.
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Enthäuten, pürieren, gelieren
Bei meinem letzten Versuch war ich nicht besonders begeistert von der Tomatenhaut in der Marmelade, so dass ich nun Kreuze in die Haut geritzt und die Tomaten für 60 Sekunden blanchiert habe. Dann ließ sich die Haut ganz einfach abziehen. Wenn du ausschließlich wässrige Tomaten zur Hand hast, empfehle ich dir, die Kerne und den wässrigen Teil auch noch zu entfernen, so dass du nur noch das feste Fruchtfleisch weiterverarbeiten kannst. Anstatt die Haut wegzuwerfen, kannst du sie im Ofen oder Dörrautomaten trocknen und z.B. zu Tomatensalz verarbeiten.
Im Anschluss scheidest du die Tomaten in kleine Stücke, vermischst sie mit 750g Gelierzucker (1:2). Erwärme jetzt alles kurz bis aus den Tomaten der Saft austritt und der Gelierzucker flüssig wird. Danach kannst du die Masse sofort vom Herd nehmen und pürieren. Wenn du es eher stückig magst, überspringst du den letzten Schritt. Zuletzt gibst du das Mark einer Vanilleschote sowie eine Messerspitze Chiliflocken hinzu, kochst alles laut Packungsanleitung auf und machst eine Gelierprobe. Ist die Masse geliert, kannst du sie abfüllen und einkochen. Einmal abgekühlt, steht deinem süßen Tomatengenuss zum Frühstück nun nichts mehr im Weg!
Gemüse süß genießen
Das Rezept für diese Tomatenmarmelade beweist: Gemüse kannst du auch süß genießen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer leckeren Karottenmarmelade oder einer Kuchenfüllung aus grünen, unreifen Tomaten, die du wie eine Füllung für Apfelkuchen oder Apfelstrudel nutzen kannst?Häufige Fragen zur Tomatenmarmelade
Tomatenmarmelade ist für viele erst einmal ein kleines Küchenrätsel. Ist sie süß oder herzhaft? Welche Tomaten funktionieren am besten? Und warum wird sie manchmal einfach nicht fest? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Einkochen von Tomatenmarmelade.
Wie schmeckt Tomatenmarmelade?
Tomatenmarmelade schmeckt überraschend fruchtig und süß, mit einer leicht herzhaften Note. Viele vergleichen den Geschmack mit einer Mischung aus Marmelade und Chutney. Durch Gewürze wie Vanille, Chili oder Basilikum bekommt sie zusätzlich eine besondere aromatische Tiefe.
Warum wird Tomatenmarmelade oft nicht fest?
Tomaten enthalten von Natur aus sehr wenig Pektin, also den Stoff, der Marmelade gelieren lässt. Ohne Gelierhilfe bleibt Tomatenmarmelade deshalb häufig flüssig. Gelierzucker oder zusätzliches Pektin sorgen dafür, dass die Marmelade eine streichfähige Konsistenz bekommt.
Wenn du verstehen möchtest, wie Gelierung genau funktioniert, erkläre ich die Grundlagen ausführlich im Beitrag „Marmelade & Gelee sicher einkochen“.
Welche Tomaten eignen sich am besten für Tomatenmarmelade?
Am besten eignen sich fleischige Tomatensorten mit wenig Wasser, zum Beispiel:
- San Marzano
- Roma-Tomaten
- Flaschentomaten
Sie enthalten mehr Fruchtfleisch und weniger wässrigen Saft, wodurch die Marmelade intensiver schmeckt und besser geliert.
Muss man Tomaten für Marmelade schälen?
Es ist nicht zwingend nötig, aber empfehlenswert. Die Tomatenhaut kann in der Marmelade etwas störend sein. Durch kurzes Blanchieren lässt sich die Haut leicht entfernen und die Marmelade bekommt eine deutlich feinere Konsistenz.
Kann man Tomatenmarmelade im Wasserbad einkochen?
Ja, Tomatenmarmelade lässt sich problemlos im Wasserbad einkochen. Durch den hohen Zuckergehalt und die Zugabe von Zitronensaft ist sie ausreichend sauer, um sicher haltbar gemacht zu werden.
Wenn du noch nie eingekocht hast, findest du eine ausführliche Anleitung im Beitrag „Einkochen im Wasserbad – sichere Anleitung für Anfänger“.
Wie lange ist selbstgemachte Tomatenmarmelade haltbar?
Richtig eingekocht und kühl sowie dunkel gelagert hält sich Tomatenmarmelade mindestens ein Jahr. Nach dem Öffnen sollte das Glas im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von zwei bis drei Wochen verbraucht werden.
Kann man Tomatenmarmelade auch ohne Gelierzucker machen?
Ja, das ist möglich. Dann musst du allerdings separates Pektin verwenden oder die Marmelade länger einkochen. Ohne zusätzliche Gelierhilfe bleibt Tomatenmarmelade häufig weich.
Warum gibt man Zitronensaft in Tomatenmarmelade?
Zitronensaft sorgt für die nötige Säure, damit Pektin richtig gelieren kann. Gleichzeitig bringt er Frische in den Geschmack und verhindert, dass die Marmelade zu süß wird.

Tomatenmarmelade einkochen – einfach und gelingsicher
Zutaten
- 1 kg Tomaten, (wenig wässrig und festes Fruchtfleisch)
- 750 g Gelierzucker 2:1
- 1 Vanilleschote (optional)
- 1 Msp. Chiliflocken (optional)
- 1 Zitrone (falls dem Gelierzucker keine Säure zugefügt ist)
Anleitungen
- Tomaten kreuzförmig anritzen und in kochendem Wasser für 60 Sekunden blanchieren.
- Tomaten im kalten Wasser abschrecken und mit Hilfe eines scharfen Küchenmessers enthäuten.
- Tomaten fein würfeln, wenn du es stückig magst. Wenn du die Marmelade cremiger bevorzugst, kannst du auch größere Würfel scheiden, da alles im Anschluss pürieren wird.
- Tomaten und Gelierzucker vermischen und kurz erwärmen bis die Masse flüssig bzw. rührfähig wird. Danach sofort vom Herd nehmen und bei Bedarf pürieren.
- Das Mark eine Vanilleschote und eine Messerspitze Chiliflocken hinzugeben.
- Enthält dein Gelierzucker kein Säurungsmittel, wie z.B. Citronensäure, so gib zwei Esslöffel Zitronensaft dazu.
- Alles unter mittlerer Hitzezufuhr und ständigem Rühren aufkochen und für ca. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Achte hier auf die Packungsanleitung deines Gelierzuckers, wenn andere Kochzeiten empfohlen sind.
- Gelierprobe machen: 1-2 TL der Marmelade auf einen Teller geben. Wird die Masse fest, ist die Marmelade fertig. Bleibt die Masse flüssig, noch 1-2 Minuten weiterkochen und erneut die Gelierprobe machen.
- Marmelade sofort in die noch heißen Gläser füllen und mit den Deckeln verschließen. Die Glasränder sauber halten und einen Trichter als Einfüllhilfe nutzen. Marmeladenspritzer vor dem Verschließen mit einem sauberen Tuch gründlich abwischen.
- Die Gläser für 5 Minuten im Wasserbad einkochen.
- Gläser entnehmen und vollständig abkühlen lassen.
- Die Marmelade an einem dunklen und kühlen Ort lagern und natürlich genießen und verschenken.


























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