Warum Einkochen einfacher ist, als du denkst:
Meine beste Freundin backt mit Leichtigkeit Kuchen, die für mich total aufwendig sind. Aber Marmelade? Da hatte sie lange Respekt: zu kompliziert, zu viele Fehler, zu viel „Kann man da sterben?“. Dann war sie letzten Sommer mit dem Camper unterwegs – mitten in der Blaubeersaison. Und plötzlich bekomme ich ein Foto von sechs randvoll gefüllten Marmeladengläsern. Eingekocht auf dem Gaskocher. Mit Minimal-Equipment. Im Urlaub. Was heißt das für dich? Einkochen ist kein Hexenwerk – sondern ein System. Und der schwierigste Teil ist nicht das Einkochen selbst, sondern anzufangen. Sobald das Prinzip klar ist, wird es erstaunlich entspannt.
Einkochen und Campen
Das eigentliche Problem sind die Mythen: Backofen? Gläser auf den Kopf stellen? „Hat bei Oma immer funktioniert“? Klar. Früher ist man auch ohne Sicherheitsgurt Auto gefahren. Ging oft gut. Trotzdem sind wir heute froh, dass er Standard ist. In diesem Beitrag bekommst du den klaren Fahrplan: Grundlagen, Methoden, Sicherheit, Equipment und einfache Rezepte – mit Fokus auf den Sicherheitsgurt beim Einkochen: geprüfte Verfahren, die auch Anfänger nicht ins Schwitzen bringen.
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Was bedeutet Einkochen eigentlich?
Wenn du Lebensmittel einkochst, machst du sie gezielt haltbar. Du erhitzt den Inhalt in einem verschlossenen Glas, sodass du ihn über Monate – manchmal sogar Jahre – sicher lagern kannst.
Durch die Hitze werden Mikroorganismen reduziert, ein stabiles Vakuum entsteht und die Haltbarkeit verlängert sich. Wichtig dabei: Einkochen folgt immer auf das heiße Abfüllen. Heiß abgefüllt allein sind Lebensmittel noch nicht zuverlässig haltbar – selbst dann nicht, wenn sich bereits ein Vakuum gebildet hat.
Merksatz: Der letzte Schritt beim sicheren Konservieren ist – und bleibt – immer das Einkochen.
Pressure Canner
Welche Arten des Einkochens gibt es?
Einkochen im Wasserbad
Das Einkochen im Wasserbad eignet sich für säurereiche Lebensmittel mit niedrigem pH-Wert. Dazu zählen Obst, Marmeladen, Gelees und sauer eingelegtes Gemüse. Zusätzliche Säure – etwa durch Zitronensaft oder Zitronensäure – sorgt für mehr Sicherheit. Besonders bei Tomaten ist das wichtig, da sie sich von Natur aus im Grenzbereich bewegen.
Das Wasserbad ist einfach, gut vorhersehbar und ideal für Einsteiger. Du brauchst dafür keinen Spezialtopf – meist reicht ein großer Kochtopf mit Deckel.
Vertiefung: Sicher Einkochen im Wasserbad – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger
Einkochen im Pressure Canner
Säurearme Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Suppen oder Eintöpfe (und der Vollständigkeit halber tierische Produkte) dürfen nicht im Wasserbad eingekocht werden.
Hier ist ein Pressure Canner notwendig, der unter Druck höhere Temperaturen erreicht. Das ist keine Übervorsicht, sondern die empfohlene und geprüfte Methode für diese Lebensmittel.
Fazit: Der Pressure Canner ist meist nicht der erste Schritt, wird aber wichtig, sobald du mehr als Marmelade und Gelee einkochen möchtest.
Vertiefung: Einkochen im Pressure Canner – Die sichere Anleitung für säurearme Lebensmittel
Methoden, die du nicht nutzen solltest
Einige Tipps halten sich hartnäckig – gelten aber als unsicher und sind fachlich nicht empfohlen:
- Einkochen im Backofen
- Einkochen im Geschirrspüler
- Mikrowelle
- „Zweimal einkochen“ als Ersatz für den Pressure Canner
Für keine dieser Methoden gibt es geprüfte Verfahren für das sichere Einkochen zu Hause.
Kurz gesagt: Unsichere Methoden erzeugen ein falsches Sicherheitsgefühl – aber keine Haltbarkeit.
Marmelade: heiß abfüllen oder einkochen?
Zucker und Säure helfen bei der Haltbarkeit, töten Keime aber nicht zuverlässig ab. Deshalb empfehlen viele wissenschaftlich geprüfte Einkochanleitungen, Marmeladen und Gelees zusätzlich im Wasserbad einzukochen.
Das Einkochen sorgt für definierte Zeiten, definierte Temperaturen und ein stabiles Vakuum – also für eine zusätzliche Sicherheitsreserve.
Dass Marmelade oder Gelee dabei etwas weicher werden kann, ist ein bekannter Effekt und lässt sich mit passenden Rezepten gut ausgleichen.
Einkochen ist kein Misstrauen, sondern Vorsorge.
Vertiefung: Was ist Botulismus und was kann man dagegen tun?
Faustregeln beim Einkochen (kurz & verständlich)
Heiß in heiß. Kalt in kalt.
Heißes Füllgut gehört in heiße Gläser, kaltes in kalte. So vermeidest du Temperaturschocks und springende Gläser.
Gläser immer sauber, heiß und aufrecht handhaben.
Schmutz oder Schräglage können verhindern, dass sich ein zuverlässiges Vakuum bildet.
Was am Glasrand klebt, vor dem Verschließen entfernen.
Rückstände stören die Abdichtung.
Die Einkochzeit beginnt, wenn das Wasser sprudelnd kocht.
Erst dann ist die nötige Temperatur erreicht.
Welches Equipment brauchst du wirklich?
Unbedingt nötig
- Großer Topf mit Deckel*
- Geeignete Einmachgläser mit Deckeln
(über weitere Gläser kannst du dich in meinem Beitrag „Einmachgläser im Vergleich“ informieren. - Abstandshalter (Einkochgitter oder gefaltetes Tuch, Warum ein Einkochgitter die bessere Wahl ist erfährtst zu im Beitrag „Einkochgitter – warum sie wichtig sind und welche Alternativen es gibt„)
- Einkochthermometer
- Glasheber
Nice to have
Nicht nötig
- Einkochautomat
- Vakuumgeräte
- teure Spezialgläser
Du brauchst kein High-End-Zubehör, sondern saubere Abläufe.
Einkochgitter
Einfache Einkochrezepte für den Start
Hier gehts zu den Rezepten:
Sehr einfach
Einfach
Etwas aufwendiger
Starte mit Rezepten mit wenig Vorbereitung – und steigere dich Schritt für Schritt.
Fazit: Sicher einkochen statt auf Glück hoffen
Einkochen ist kein Buch mit sieben Siegeln. Sicherheit entsteht nicht durch Tradition oder Bauchgefühl, sondern durch:
- geprüfte Methoden
- klare Abläufe
- nachvollziehbare Regeln
Genau dafür steht Canveganish.
Häufige Fragen zum Einkochen (FAQ)
1. Ist Einkochen gefährlich?
Nein – wenn du geprüfte Methoden anwendest, ist Einkochen sicher. Probleme entstehen fast immer dann, wenn ungeeignete Verfahren genutzt werden (z. B. Backofen, Geschirrspüler) oder Einkochzeiten verkürzt werden. Mit klaren Regeln und passenden Rezepten ist Einkochen kein Risiko.
2. Was ist der Unterschied zwischen heiß abfüllen und einkochen?
Beim heißen Abfüllen wird das Lebensmittel nur heiß ins Glas gefüllt.
Beim Einkochen werden die verschlossenen Gläser zusätzlich für eine definierte Zeit erhitzt. Erst dieser Schritt sorgt für eine zuverlässige Haltbarkeit und ein stabiles Vakuum.
3. Muss ich Gläser vor dem Einkochen sterilisieren?
Das hängt von der Einkochzeit ab:
- Unter 10 Minuten Einkochzeit: Gläser vorher sterilisieren
- Über 10 Minuten Einkochzeit: Saubere, heiße Gläser reichen aus
Beim Einkochen im Pressure Canner ist kein vorheriges Sterilisieren nötig.
4. Warum müssen die Gläser vollständig mit Wasser bedeckt sein?
Damit die Hitze gleichmäßig verteilt wird. Wenn Teile des Glases nicht im Wasser liegen, können sich kühlere Zonen bilden – und genau das möchtest du beim Einkochen vermeiden.
5. Wann beginnt die Einkochzeit wirklich zu zählen?
Erst wenn das Wasser sprudelnd kocht.
Alles davor ist Aufheizzeit und zählt nicht zur eigentlichen Einkochzeit.
6. Kann ich Tomaten im Wasserbad einkochen?
Ja – aber nur mit zusätzlicher Säure (z. B. Zitronensaft oder Zitronensäure).
Ohne Säure sollten Tomatenprodukte im Pressure Canner eingekocht werden.
7. Warum wird vom Einkochen im Backofen abgeraten?
Weil die Hitze im Backofen nicht gleichmäßig wirkt und keine geprüften Einkochzeiten existieren. Gläser können platzen, Dichtungen beschädigt werden – und die Haltbarkeit ist nicht zuverlässig.
8. Reicht es nicht, Gläser auf den Kopf zu stellen?
Nein. Das Umdrehen ersetzt keinen Einkochvorgang. Es kann zwar ein Vakuum entstehen, aber Keime werden dabei nicht zuverlässig unschädlich gemacht.
9. Woran erkenne ich, ob ein Glas richtig verschlossen ist?
Nach dem Abkühlen sollte:
- der Deckel fest sitzen
- sich nicht eindrücken lassen
- bei Weck-Gläsern der Deckel ohne Klammern halten
Wenn ein Glas nicht richtig verschlossen ist, lagere es im Kühlschrank und verbrauche den Inhalt zeitnah.
10. Wie lange sind eingekochte Lebensmittel haltbar?
Das hängt vom Rezept und der Lagerung ab. In der Regel sind korrekt eingekochte Lebensmittel mindestens 6–12 Monate haltbar, oft auch länger. Wichtig ist eine kühle, dunkle Lagerung.
11. Brauche ich für den Einstieg einen Pressure Canner?
Nein. Für säurereiche Lebensmittel reicht das Einkochen im Wasserbad völlig aus.
Ein Pressure Canner wird erst nötig, wenn du säurearme Lebensmittel einkochen möchtest.



















