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Orangensaft einkochen? Ja, natürlich.
Und zwar sicher, unkompliziert und ohne Zusatzstoffe. Statt Saft aus Plastikflaschen zeige ich dir hier, wie du frischen Orangensaft im Wasserbad einkochst – wissenschaftlich fundiert und absolut alltagstauglich.

Gerade wenn es draußen nass, grau und kalt ist, sehnen wir uns nach Sonne und Frische. Orangen bringen mit ihrem süß-säuerlichen Aroma genau das in die Küche. Viele trinken frisch gepressten Orangensaft gegen Erkältungen oder den Winterblues – doch wer hat schon jeden Morgen Zeit zu pressen?
Mit eingekochtem Orangensaft hast du die Sonne ganz entspannt im Glas stehen.

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Hinweis zum aktuellen Stand

Dieser Beitrag basiert ursprünglich auf einem Rezept des Oregon State University Extension Service, das zum Zeitpunkt der Erstellung öffentlich verfügbar war, inzwischen jedoch von der Webseite entfernt wurde. Extension Services sind universitätsnahe Beratungsstellen in den USA, die wissenschaftlich geprüfte Empfehlungen zur Lebensmittelsicherheit veröffentlichen.

Orangensaft ist ein säurehaltiges Lebensmittel (pH < 4,6) und erfüllt damit grundsätzlich die Voraussetzung für das Einkochen im Wasserbad. Aktuell gibt es jedoch kein offiziell getestetes Einkochrezept ausschließlich für reinen Orangensaft, weshalb er heute von vielen Extension-Services nicht explizit empfohlen wird.

Das bedeutet nicht, dass Orangensaft grundsätzlich unsicher ist, sondern dass keine verbindlich geprüften Einkochvorgaben speziell für diesen Fall vorliegen. In getesteten Rezepten wird Orangensaft daher meist nur als Zutat in Kombination mit zusätzlicher Säure verwendet.

Ich selbst koche Orangensaft weiterhin ein, möchte jedoch transparent auf diesen Umstand hinweisen. Wenn du maximal auf Nummer sicher gehen willst, empfiehlt sich das Einfrieren als Alternative.

Warum Orangensaft einkochen?

Frisch gepresster Orangensaft ist unschlagbar – keine Frage. Aber eingekocht hat er ein paar ganz handfeste Vorteile:

  • kein Plastik, keine Verbundverpackung
  • keine Zusatz- oder Konservierungsstoffe
  • sofort trinkfertig, ohne Pressen
  • ideal für Wintertage, Gäste, Cocktails & Küche

Wichtig zu wissen: Eingekochter Orangensaft ist kein Rohsaft mehr. Durch die Hitze verändern sich hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C. Dafür bekommst du ein sicheres, haltbares Vorratsprodukt, das im Alltag einfach funktioniert.

Nahaufnahme von frischen Orangen mit Schale als Grundlage für hausgemachten Orangensaft.

Vitamin C – was bleibt beim Einkochen wirklich?

Frisch gepresster Orangensaft bringt von Natur aus Vitamin C mit. Laut Apotheken.de enthält Orangensaft mindestens 200 mg Vitamin C pro Liter, also etwa 20 mg pro 100 ml. Je nach Sorte, Reifegrad und Pressung kann es auch mehr sein.

Vitamin C ist allerdings ein kleines Sensibelchen: Es reagiert auf Hitze, Licht und Sauerstoff und beginnt schon nach dem Pressen langsam abzubauen. Beim Erhitzen und Einkochen nimmt der Vitamin-C-Gehalt deshalb ab – er verschwindet aber nicht komplett.

Auch verarbeitete Fruchtsäfte gelten weiterhin als Vitamin-C-Quelle und können – je nach Menge – zur Vitamin-C-Versorgung beitragen. Eingekochter Orangensaft ist also kein Rohsaft mehr, dafür aber praktisch, haltbar und frei von Zusatzstoffen. Und ganz ehrlich: Im stressigen Alltag ist genau das manchmal der größere Gewinn.

Quellen

Warum du die Anleitung genau befolgen solltest

Beim Einkochen von Saft kommt es nicht nur auf Säure an, sondern auch auf Zeit, Temperatur und sauberes Arbeiten.

Diese Anleitung orientiert sich an den grundlegenden Sicherheitsprinzipien des Wasserbad-Einkochens, wie sie von US-amerikanischen Extension-Services vermittelt werden. Zusätzlich habe ich mich bei der Ausarbeitung an einem früher veröffentlichten Rezept des Oregon State University Extension Service orientiert, das inzwischen nicht mehr öffentlich abrufbar ist.

Da es aktuell keine fest geprüfte Einzelanleitung ausschließlich für reinen Orangensaft gibt, ist es besonders wichtig, sorgfältig zu arbeiten und keine Abkürzungen zu nehmen.

  Kurz gesagt: Frei Schnauze einkochen ist hier keine gute Idee.

Orangen werden von Hand ausgepresst, um frischen Saft für das Einkochen im Wasserbad zu gewinnen.

Orangensaft pressen & filtern – klar oder mit Fruchtfleisch

Wasche deine Orangen gründlich. Wenn du Biofrüchte verwendest, kannst du die Schalen vor dem Auspressen mit einem Sparschäler abschälen und trocknen – perfekt für Tee, Gebäck, Öle oder Gewürzzucker.

Presse den Saft aus, am besten mit einer elektrischen Zitruspresse (Affiliate-Link), wenn du größere Mengen verarbeitest. Lass den Saft anschließend durch ein Sieb (Affiliate Link) laufen, um grobes Fruchtfleisch zu entfernen. Bevorzugst du einen klaren Orangensaft, gieße ihn im zweiten Schritt durch ein Passier- oder Baumwolltuch.

Getrocknete Orangenschalen und fein gemahlenes Orangenpulver als Nebenprodukt beim Orangensaft pressen.
Frisch gepresster Orangensaft wird durch ein Sieb gefiltert, um Fruchtfleisch vor dem Einkochen zu entfernen.

Orangensaft erhitzen – warum 90 °C wichtig sind

Fülle den frisch gepressten Orangensaft in einen großen Kochtopf und erhitze ihn langsam auf 90 °C. Der Saft soll dabei heiß sein, aber nicht kochen. ZUr Kontrolle bietet sich ein Koch- oder Backthermometer (Affiliate Link) an. Diese Temperatur ist kein Zufall, sondern ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem sicheren Vorratsprodukt.

Durch das Erhitzen werden bereits viele Keime reduziert, noch bevor der Saft überhaupt ins Glas kommt. Gleichzeitig sorgt die Hitze dafür, dass Saft und Gläser später eine ähnliche Temperatur haben. Das ist wichtig, um Temperaturschocks zu vermeiden, die im schlimmsten Fall zu Glasbruch führen können.

Während des Erhitzens kann sich an der Oberfläche etwas Schaum bilden. Den kannst du bei Bedarf einfach mit einer Schöpfkelle abschöpfen – er ist harmlos, beeinflusst aber die Optik.

Gläser vorbereiten & Saft abfüllen

Nutze die Zeit während des Erhitzens, um deine Gläser und Verschlüsse vorzubereiten. Einkoch- oder Weckgläser werden 10 Minuten bei 100 °C sterilisiert. Deckel, Gummiringe und Klammern kochst du 5 Minuten aus, ebenso Twist-off-Verschlüsse. So stellst du sicher, dass keine unerwünschten Keime mit ins Glas gelangen.

Sobald Saft und Gläser heiß sind, füllst du den Orangensaft mithilfe eines Abfülltrichters in die Gläser. Wische die Glasränder anschließend mit einem in Essig getränkten Tuch ab, um Saftrückstände zu entfernen, und verschließe die Gläser sofort. Heißer Saft gehört in heiße Gläser – alles andere erhöht unnötig das Risiko.

🛒 Praktische Helfer fürs Einkochen von Orangensaft

Wenn du öfter Saft einkochst, machen dir diese Tools das Leben deutlich leichter – sicherer, entspannter und sauberer:

  Elektrische Zitruspresse*Spart Zeit und Kraft, vor allem bei größeren Mengen Orangensaft.
  Feinmaschiges Sieb* oder Passiertuch*: Für klaren Saft ohne Fruchtfleisch – je nach Geschmack.
  Kochthermometer*: Damit du zuverlässig siehst, wann der Saft die nötigen ca. 90 °C erreicht – besonders für Einsteiger sehr hilfreich.

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Erhitzen und abfüllen

Fülle den Orangensaft nun in einen großen Kochtopf und erhitze ihn bis er eine Temperatur von 90 Grad Celsius erreicht. Schaum, der an der Oberfläche entsteht, kannst du mit einer Schöpfkelle entnehmen.

Nutze den Kochvorgang und sterilisiere in einem zweiten Kochtopf die Flaschen für 10 Minuten bei 100 Grad Celsius. Nutzt du Weckgläser, koche auch die Glasdeckel, Dichtungsringe und Klammern für 5 Minuten in einem kleinen Kochtopf ab. Genauso verfährst du mit Twist-Off-Verschlüssen.

Jetzt kannst du den Orangensaft mit Hilfe eines Abfülltrichters in die heißen Gläser füllen. Wische die Glasränder mit einem in Essig getunkten Tuch ab und entferne so mögliche Saftrückstände. Verschließe die Gläser danach.

Orangensaft im Wasserbad einkochen – Zeit & Ablauf

Stelle die gefüllten Gläser auf ein Einkochgitter oder ein gefaltetes Tuch in den Einkochtopf. Warum ich ein Einkochgitter empfehle, liest du übrigens in meinem Beitrag „Gieße heißes Wasser ein, sodass die Gläser mindestens 5 cm mit Wasser bedeckt sind. Schließe den Topf und bringe das Wasser zum Kochen.

Sobald das Wasser sprudelnd kocht, beginnt die eigentliche Einkochzeit.
  Einkochzeit: 15 Minuten.

Während dieser Zeit bleibt der Deckel geschlossen. Du kannst die Hitze reduzieren, solange das Wasser durchgehend sanft kocht. Wichtig ist nicht wildes Sprudeln, sondern eine gleichmäßige, konstante Temperatur über die gesamte Einkochzeit hinweg.

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Abkühlen, prüfen & lagern

Nach Ablauf der Einkochzeit schaltest du den Herd aus und wartest etwa 5 Minuten, bevor du die Gläser entnimmst. So können sich Druck und Temperatur langsam ausgleichen. Hebe die Gläser anschließend vorsichtig mit einem Glasheber heraus und stelle sie auf ein Tuch oder Abkühlgitter.

Lass die Gläser vollständig abkühlen und bewege sie in dieser Zeit nicht. Bei Weckgläsern entfernst du nach dem Abkühlen die Klammern. Danach kannst du die Gläser von außen reinigen und beschriften.

Gelagert wird der eingekochte Orangensaft kühl und dunkel.
  Haltbarkeit: etwa 12 Monate.

Vitamin C & Lagerung – was passiert im Glas über die Zeit?

Vitamin C baut sich nicht nur beim Erhitzen, sondern auch während der Lagerung langsam weiter ab. Wie stark dieser Abbau ausfällt, hängt vor allem von Licht, Temperatur und Sauerstoff ab.

Eingekochter Orangensaft ist luftdicht verschlossen und dadurch deutlich besser vor Oxidation geschützt als frischer Saft. Bei kühler und dunkler Lagerung verläuft der Abbau von Vitamin C darum schrittweise, nicht abrupt.

Zum Vergleich: Stiftung Warentest gibt an, dass handelsüblicher Orangensaft selbst am Mindesthaltbarkeitsdatum noch mindestens 200 mg Vitamin C pro Liter enthält. Das zeigt, dass auch nach Verarbeitung und längerer Lagerung ein relevanter Anteil Vitamin C erhalten bleibt.

Nach dem Öffnen solltest du den eingekochten Orangensaft im Kühlschrank aufbewahren
und zügig verbrauchen, da der Vitamin-C-Abbau dann deutlich schneller verläuft.

Quelle

Was heißt das nun für selbst eingekochten Orangensaft?

Beim Einkochen geht Vitamin C verloren – das lässt sich nicht vermeiden. Es wird dabei jedoch nicht vollständig zerstört. Richtig eingekochter und gut gelagerter Orangensaft enthält auch nach Monaten noch Vitamin C, wenn auch weniger als frisch gepresster Saft. Entscheidend sind eine saubere Verarbeitung, luftdicht verschlossene Gläser sowie eine kühle und dunkle Lagerung. Selbst eingekochter Saft ist damit kein Rohsaft mehr, aber ein haltbares Vorratsprodukt, das weiterhin einen Beitrag zur Vitamin-C-Versorgung leisten kann.

Häufige Fragen zum Einkochen von Orangensaft

1. Kann man Orangensaft sicher einkochen?
  Ja. Orangensaft ist ein säurereiches Lebensmittel und kann bei Einhaltung der richtigen Temperatur und Einkochzeit sicher im Wasserbad eingekocht werden.

2. Wie lange muss Orangensaft eingekocht werden?
  Orangensaft wird im Wasserbad 15 Minuten eingekocht, sobald das Wasser sprudelnd kocht. Die Zeit startet erst, wenn der Siedepunkt erreicht ist.

3. Muss Orangensaft vor dem Einkochen erhitzt werden?
  Ja. Der Saft sollte vor dem Abfüllen auf etwa 90 °C erhitzt werden. Das reduziert Keime und verhindert Temperaturschocks beim Einkochen.

4. Wie lange ist eingekochter Orangensaft haltbar?
  Richtig eingekocht und kühl sowie dunkel gelagert, ist Orangensaft bis zu 12 Monate haltbar. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verbrauchen.

5. Braucht Orangensaft zusätzliche Säure zum Einkochen?
  Nein. Orangensaft ist von Natur aus ausreichend sauer und benötigt keine Zugabe von Zitronensaft oder Zitronensäure.

Drei Flaschen mit selbst eingekochtem Orangensaft ohne Zusatzstoffe, im Wasserbad haltbar gemacht – frischer Orangensaft im Glas als Vorrat für den Winter.

Orangensaft einkochen – Sommersonne im Glas

Hausgemachter Orangensaft ohne Zusatzstoffe – schonend erhitzt und im Wasserbad eingekocht. So hast du auch im Winter einen haltbaren Saftvorrat aus frischen Orangen im Glas.

Zutaten
  

  • ca. 6 kg Orangen (möglichst aus biolgischem Anbau)

Anleitungen
 

  • Gläser vorbereiten: Wasche und spüle die Einkochgläser, Deckel sowie ggf. Dichtungsringe und Klammern gründlich.
  • Orangen auspressen: Wasche die Orangen, halbiere sie und presse den Saft aus. Lasse den Saft durch ein Sieb laufen, um Fruchtfleisch zu entfernen. Für klaren Saft gießt du ihn anschließend durch ein Baumwoll- oder Passiertuch.
  • Saft erhitzen: Fülle den Orangensaft in einen großen Kochtopf und erhitze ihn auf ca. 90 °C. Der Saft soll heiß sein, aber nicht kochen. Eventuell entstehenden Schaum kannst du mit einer Schöpfkelle abschöpfen.
  • Gläser sterilisieren: Sterilisiere die Gläser währenddessen 10 Minuten bei 100 °C in einem zweiten Topf oder im Backofen. Weck-Deckel, Gummiringe und Klammern sowie Twist-off-Verschlüsse 5 Minuten auskochen.
  • Abfüllen: Fülle den heißen Orangensaft mithilfe eines Abfülltrichters in die heißen Gläser. Wische die Glasränder mit einem in Essig getunkten Tuch ab und verschließe die Gläser sofort.
  • Einkochen im Wasserbad: Lege den Boden des Einkochtopfes mit einem Einkochgitter oder Tuch aus. Stelle die Gläser hinein und fülle warmes Wasser ein, sodass sie mindestens 5 cm bedeckt sind. Decke den Topf zu und bringe das Wasser zum Kochen.
  • Einkochzeit: Koche die Gläser 15 Minuten, sobald das Wasser sprudelnd kocht. Die Temperatur darf reduziert werden, solange das Wasser sanft weiterkocht. Den Deckel während der gesamten Zeit geschlossen lassen.
  • Abkühlen lassen: Schalte den Herd aus und warte ca. 5 Minuten, bevor du die Gläser herausnimmst. Stelle sie mit einem Glasheber auf ein Tuch oder Abkühlgitter.
  • Verschluss prüfen: Lasse die Gläser vollständig abkühlen. Entferne bei Weckgläsern anschließend die Klammern und prüfe den Sitz des Deckels.
  • Beschriften & lagern: Beschrifte die Gläser und lagere sie kühl, dunkel und trocken. Der Orangensaft ist so etwa 12 Monate haltbar.

Notizen

Hinweis:
  • Orangensaft ist von Natur aus ausreichend sauer – keine zusätzliche Säure nötig
  • Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und zügig verbrauchen
Keyword Einkochen, Orange, Orangensaft, Saft, Vorrat, Wasserbad

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