Kürbis Kimchi ist eine spannende Möglichkeit, Kürbis einmal ganz anders haltbar zu machen: fermentiert, probiotisch und voller Geschmack. Statt immer nur Suppe oder Ofenkürbis gibt es mit dieser koreanisch inspirierten Variante einen echten Herbst- und Winter-Hit. Wer nach „Kürbis fermentieren Rezept“ oder „Kimchi mit Kürbis selber machen“ sucht, wird hier fündig.
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Mein Kürbis-Problem und die Lösung
Dieses Jahr bin ich beim Gemüseanbau ein kleines bisschen eskaliert – und habe im Frühling gleich drei Kürbispflanzen in den Garten gesetzt. Tja, jetzt sitze ich hier mit 12 Kürbissen und frage mich: Was zum Henker mache ich damit?
Klar, es gibt bei uns zu Hause immer wieder Kürbispizza mit saurer Sahne, Äpfeln und Zwiebeln – ein echtes Herbst-Highlight. Ein paar Exemplare habe ich auch schon verschenkt. Aber trotzdem bleiben noch genug Kürbisse übrig, dass meine Familie sich die nächsten Wochen quasi nur davon ernähren könnte. Oder ich bringe sie ins Glas.
Erste Schritte: Kürbis fermentieren statt nur lagern
Da mein feuchter und warmer Keller leider völlig ungeeignet ist, um Kürbisse zu lagern, brauche ich andere Methoden. Einkochen im Pressure Canner? Klar, das mache ich auch. Aber warum nicht mal etwas Neues probieren: Kürbis fermentieren!
Und weil ich nicht einfach nur langweilige Kürbiswürfel in Salzlake haben wollte, habe ich mich an Kürbis-Kimchi versucht. Damit schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe:
- Ich verwerte meine Kürbisernte schnell und unkompliziert durch Fermentation.
- Ich bekomme endlich mal wieder Kimchi auf den Tisch – aber so scharf, wie ich es mag.
Das Schöne: Beim Selbermachen bestimmst du den Schärfegrad. Ich nehme es lieber etwas milder, während andere sich gerne eine Peperoni zwischendurch gönnen. Du kannst also nach Lust und Laune variieren.
Vorteile von Kürbis-Kimchi
Fermentierter Kürbis und anderes Gemüse liefern wertvolle Milchsäurebakterien für deine Darmflora. Auch die Studienlage deutet darauf hin, dass Kimchi probiotisch wirkt und das Immunsystem unterstützen kann.
Neben den positiven, gesundheitlichen Effekten hat Kürbis-Kimchi aber auch anderen Vorteile: In Puncto Zero Waste ist das auch eine gute und einfache Möglichkeit, Kürbis ohne Pressure Canner zu verarbeiten und haltbar zu machen. Anstatt in der Herbstsaison mal wieder Ofenkürbis oder Suppe zu machen, bringst du mit diesem Kimchi etwas mehr Abwechslung in die Küche. Das vegane Gericht ist zu guter Letzt auch sehr vielseitig: es passt zu Bowls, Reisgerichten, Sandwiches oder als Beilage.
Wenn du Kürbis lieber klassisch haltbar machen willst, schau dir auch meine Beiträge zu Kürbis einkochen im Pressure Canner und Kürbis trocknen an.
📚 Studienlage zu Kimchi
Kimchi wird nicht nur traditionell in Korea geschätzt – auch wissenschaftliche Studien zeigen positive Effekte:
- Stoffwechsel & Cholesterin: In einer 8-wöchigen Studie mit übergewichtigen Erwachsenen führte Kimchi-Konsum zu niedrigerem Gesamt- und LDL-Cholesterin sowie Gewichtsverlust. (Choi et al., 2013)
- Reizdarmsyndrom (IBS): Menschen mit IBS hatten nach regelmäßigem Kimchi-Verzehr weniger Bauchschmerzen, Blähungen und Verdauungsprobleme. (Kim et al., 2022)
- Mikrobiom & Gewicht (Tiermodell): In einer Mausstudie verbesserte Kimchi das Darmmikrobiom und verringerte Gewichtszunahme. (Park et al., 2020)
Hinweis: Einige Ergebnisse stammen aus Tiermodellen oder kleineren Humanstudien. Trotzdem deuten sie darauf hin, dass Kimchi positive Effekte auf Stoffwechsel und Verdauung haben kann.
Kürbis-Kimchi vs. klassisches Kimchi
Klassisches Kimchi wird traditionell mit Chinakohl, Rettich, Frühlingszwiebeln und einer scharfen Gewürzpaste hergestellt. Kürbis-Kimchi unterscheidet sich vor allem durch seine Basis: Kürbis bringt eine leichte Süße, eine cremigere Textur und viele Ballaststoffe ins Spiel. Dadurch schmeckt es milder, weniger „scharf-aufdringlich“ und ist auch für Kimchi-Neulinge ein guter Einstieg.
Nährwerte von Kürbis-Kimchi
Kürbis ist kalorienarm und reich an Beta-Carotin (Vitamin A-Vorstufe). Durch die Fermentation kommen noch probiotische Kulturen hinzu, die die Darmflora positiv beeinflussen können.
Nährwerte pro 100 g Kürbis-Kimchi (ungefähr):
- Kalorien: 25–30 kcal
- Ballaststoffe: 2–3 g
- Vitamin A: sehr hoch (je nach Kürbissorte)
- Vitamin C: moderat (durch Gemüseanteile und Fermentation schwankend)
- Natrium: abhängig vom Salzgehalt (ca. 400–600 mg)
Damit ist Kürbis-Kimchi nicht nur lecker, sondern auch gesund und leicht verdaulich.
Fermentieren oder Einkochen – was ist besser für Kürbis?
Hier lohnt sich ein kleiner Vergleich:
- Einkochen im Pressure Canner: Laut USDA Complete Guide to Home Canning ist Kürbis nur im Pressure Canner sicher einzukochen. So bleibt er ein Jahr oder länger haltbar – perfekt für die Vorratshaltung.
- Fermentieren: Wie das National Center for Home Food Preservation erklärt, entstehen durch Milchsäuregärung probiotische Kulturen. Das Kürbis-Kimchi hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen bis Monate – ist aber lebendig, gesund und geschmacklich spannend.
Fazit: Einkochen für die Langzeitlagerung, Fermentieren für den schnellen, gesunden Kick mit durch Kühlung erweiterter Haltbarkeit. Am besten beides machen!
Kultureller Hintergrund: Kimchi in Korea
Kimchi ist nicht einfach nur ein Gericht – es ist ein Stück koreanische Identität. Jedes Jahr im Herbst werden in Korea ganze Familien beim „Kimjang“ aktiv, wenn gemeinsam große Mengen Kimchi für den Winter hergestellt werden. Seit 2013 gehört diese Tradition sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Kürbis-Kimchi ist zwar eine moderne Abwandlung, verbindet aber genau diese Kultur mit regionalem Gemüse aus unserem Garten.
So geht Kürbis-Kimchi in Kürze
Das Prinzip ist einfach:
- Kürbis klein schneiden, mit Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Chili mischen.
- Mit Salz und etwas Zucker kneten, bis Flüssigkeit austritt.
- Alles ins Glas drücken, mit Lake bedecken und 3–7 Tage fermentieren lassen.
- Sobald dir der Geschmack gefällt: ab in den Kühlschrank.
Unten findest du das detaillierte Rezept mit Mengenangaben zum direkten Nachmachen.
Verwendungsideen für Kürbis-Kimchi
Kürbis-Kimchi ist unglaublich vielseitig. Du kannst es als Beilage zu Reisgerichten oder Bowls servieren, wo es für eine würzig-säuerliche Note sorgt. Auch auf Sandwiches oder Wraps macht es sich hervorragend und bringt Abwechslung ins Brotzeit-Repertoire.
Als Topping für Suppen oder Buddha Bowls bringt es Frische und Crunch auf den Teller. Besonders spannend ist die Zubereitung in einem koreanischen Eintopf (Kimchi Jjigae) – hier passt die Kombination aus Kürbis und Schärfe perfekt zusammen. Und natürlich kannst du Kürbis-Kimchi auch einfach pur als Snack genießen – es ist knackig, erfrischend und leicht scharf.
Noch mehr Ideen für die Weiterverarbeitung findest du in meinen Rezepten zu vegane Suppen & Eintöpfe und Kürbis-Apfel-Fruchtleder.
FAQ: Kürbis fermentieren und Kimchi selber machen
1. Kann man jeden Kürbis fermentieren?
Am besten eignen sich festfleischige Sorten wie Hokkaido oder Muskatkürbis. Butternut wird schneller weich.
2. Wie lange fermentiert man Kürbis?
Je nach Temperatur 3–7 Tage bei Zimmertemperatur. Im Kühlschrank stoppt die Gärung und verlängert die Haltbarkeit.
3. Wird Kürbis beim Fermentieren matschig?
Wenn du ihn in kleine Würfel oder Sticks schneidest und die Salzkonzentration stimmt, bleibt er angenehm bissfest.
4. Kann man Kimchi ohne Chinakohl machen?
Ja! Kimchi ist keine starre Rezeptur. Du kannst Kürbis, Karotten, Gurken oder sogar Radieschen fermentieren. Inspirationen findest du auch bei Maangchi, der bekanntesten Kimchi-Expertin weltweit.
5. Wie viel Salz braucht man beim Fermentieren?
Zwischen 2–3 % Salzgehalt der Gesamtmenge sind optimal. Weniger = Schimmelgefahr, mehr = zu salzig. → Mehr dazu bei Fermentools.
6. Woran erkenne ich, dass mein Kimchi schlecht ist?
Wenn es muffig riecht, schleimig wird oder Schimmel zeigt → entsorgen. Ansonsten ist ein saurer, würziger Geruch normal.
7. Wie schmeckt fermentierter Kürbis?
Der Geschmack ist leicht süßlich durch den Kürbis, kombiniert mit einer angenehmen Säure und Schärfe vom Kimchi-Gewürz. Eine spannende Mischung aus mild und pikant.
8. Wie lange ist Kürbis-Kimchi haltbar?
Im Kühlschrank hält es sich mehrere Wochen bis Monate. Am besten regelmäßig probieren – der Geschmack verändert sich mit der Zeit.
Meine Empfehlungen fürs Fermentieren
Ich fermentiere ganz unkompliziert mit dem, was ich sowieso schon im Haus habe: Weck-Gläser und Glasgewichte. Kein extra Schnickschnack, sondern schlicht und vielseitig – du kannst die Gläser auch fürs Einkochen oder sogar zum Einfrieren nutzen.
- Weck-Gläser mit 500 ml Fassungsvermögen*: robust, vielseitig einsatzbar, der obere Glasdurchmesser liegt bei 10 cm.
- Glasgewichte für die Fermentation mit 7 cm Durchmesser: Passen in alle gängigen Mason Jars mit Wide Mouth und die meisten Twist-off-Gläser. Für die empfohlenen Weck-Gläser könnten sie einen Tick größer sein. Achte bei der Verwendung mit Weck-Glas darauf, dass wirklich das gesamte Kimchi mit Lake bedeckt ist.
- Beschwerstein für Weck-Gläser mit einem Durchmesser von 8,5 cm: Passt in die empfohlenen Weck-Gläser und ist etwas breiter als die Glasvarianten, allerdings auch teurer, da aus Handarbeit.
- Koreanisches Chilipulver (Gochugaru)*: einfach nur scharf
- Mandoline / Gemüsehobel*: mit auswechselbaren Klingen aus Edelstahl, einstellbarer Dicke und Klingenhalterung.
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Kürbis-Kimchi – Rezept (vegane, moderne Version)
Zutaten
Gemüse
- 700 g Kürbis (Muskat oder Hokkaido), geschält, in 1,5 cm Würfel
- 1 kleine Zwiebel, in feine Streifen
- 2 Frühlingszwiebeln, in 3–4 cm Stückchen
- 1 EL Salz (zum Vorsalzen)
Kimchi-Paste
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Stk Ingwer (2–3 cm)
- 1 EL Gochugaru (Kimchi-Chiliflocken)
- 1 EL Sojasauce
- 1 EL Zucker oder Reissirup
- 1 EL Reisessig oder 1–2 EL Lake aus einem bestehenden Ferment (optional)
- 1-2 EL Wasser (falls nötig für die Konsistenz)
Anleitungen
- Kürbiswürfel in eine Schüssel geben, Salz drüber, gut mischen. 30 Minuten ziehen lassen, bis der Kürbis Wasser verliert und leicht weich wird.
- Knoblauch, Ingwer, Zucker, Sojasauce, Gochugaru und ggf. Essig oder Fermentlake zu einer dicken, rotglänzenden Paste verrühren. Wenn sie zu kompakt ist, etwas Wasser zugeben.
- Zwiebeln und Frühlingszwiebeln zum Kürbis geben.Paste zugeben und alles gründlich einmassieren, bis jedes Würfelchen rot leuchtet.
- In ein sauber gespültes 1-Liter-Fermentationsglas oder Weckglas füllen und gut nach unten drücken, bis Flüssigkeit nach oben steigt. Mit Gewicht beschweren, Deckel mit Ventil drauf oder mit Weck-Glasdeckel, Dichtungsring und Klammern verschließen.
- Für ein mildes Kürbis-Kimchi 3-5 Tage bei 18-22 °C fermentieren lassen. Ein kräftiges und tiefes Kimchi erhältst du nach 7-14 Tagen. Wenn das Ferment den richtigen Geschmack hast, ist es im Kühlschrank mehrere Monate haltbar.



















