Meine Großmutter hat mir vor Jahren von kleinen kandierten Wassermelonen erzählt, die sie einst gegessen hat. Gefunden habe ich so etwas nie. Dieses Jahr bin ich der Sache trotzdem ziemlich nahe gekommen, und zwar mit getrockneter Wassermelone. Für mich schmeckt sie nach fruchtiger Zuckerwatte, wenn ich die Scheiben etwas dicker lasse und nicht ganz durchtrockne. Ganz dünn und komplett trocken werden daraus fruchtige Chips, die sich beim Kauen fast wie Fruchtgummi anfühlen. Die lange Trockenzeit von rund 14 Stunden nehme ich dafür gern in Kauf. Denn wo so viel Wasser drinsteckt, da muss es auch lange verdunsten. Und ich muss mich ranhalten mit dem Trocknen, meinen Vorrat habe ich nämlich schon wieder leergefuttert.
Wassermelone dörren auf einen Blick
- Temperatur: 60 bis 70 °C
- Dauer: 8 bis 16 Stunden, je nach Dicke
- Dicke: 6 mm als Standard
- Ergebnis: süße Chips oder fruchtiges Leder
- Ausbeute: aus rund 1 kg Fruchtfleisch etwa 90 bis 120 g
Warum Wassermelone dörren?
Das Verrückte an getrockneter Wassermelone ist, dass sie hinterher kaum noch wie in der frischen Variante schmeckt. Beim Trocknen verschwindet fast das gesamte Wasser. Zurück bleibt eine unglaublich intensive Süße, die viele überrascht.
Trocknen ist außerdem wohl die einfachste aller Methoden zum Haltbarmachen von Wassermelonen. Kein Einkochen, kein Fermentieren, nur Geduld und ein Gerät. Der intensiv süße Snack ist Frucht pur, eignet sich prima für unterwegs, die Schule oder das Büro und kommt komplett ohne zugesetzten Zucker aus.
Du hast noch Wassermelone übrig und bist pappsatt? Dann mache aus den Resten eine naturbelassene Süßigkeit, die auch noch erstaunlich wenig Platz einnimmt. Denn aus einem halben Kilo Melone bleibt am Ende nur eine kleine Handvoll konzentrierter Frucht übrig.
Wie schmeckt getrocknete Wassermelone?
Ganz anders als frisch. Das ist das Überraschende daran. Beim Trocknen verschwindet das Wasser und mit ihm dieser leichte, wässrige Frische-Effekt. Übrig bleibt die geballte Süße. Viele erkennen die Wassermelone gar nicht wieder.
Und das Spannende ist auch: sie schmeckt je nach Dicke unterschiedlich. Dicker, nicht ganz durchgetrocknet und etwas klebrig erinnert sie mich an fruchtige Zuckerwatte. Dünn und knusprig schmeckt sie eher wie Fruchtgummi mit einer fruchtigen Erdbeernote. Während des Kauens werden die Scheiben weicher, fast wie ein Kaubonbon. Ein wenig herzhaft, ja fast tomatig, werden sie auch, wie ich finde.
Getrocknete Wassermelone schmeckt überraschend intensiv. Je nach Dicke werden daraus knusprige Chips oder fruchtiges Leder.
Wassermelone dörren: Schritt für Schritt
Welche Wassermelone eignet sich?
Wähle reife und aromatische Früchte. Sie sollten aber nicht mehlig und überreif sein. Mit kernarmen Sorten sparst du dir das nervige Pulen der Kerne. Auch die letzten Reste einer angeschnittenen Melone eignen sich hervorragend.
Die richtige Dicke
Hier wird es heikel: Schneidest du die Scheiben zu dünn, erhältst du knusprige Brösel. Sind sie zu dick, trocknest du, bis du Moos ansetzt. Das ist kein Wunder: Eine Wassermelone besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und schrumpft beim Trocknen extrem.
Meine Empfehlung nach ein paar Durchgängen:
- 5 bis 8 mm: der Klassiker für Wassermelonen-Chips und der beste Kompromiss für die meisten Dörrgeräte
- 3 bis 4 mm: werden sehr knusprig, sind aber schwerer gleichmäßig zu schneiden und schnell einmal zu hart
- 8 bis 10 mm: werden eher zäh und fruchtlederartig. Das kann lecker sein, dauert aber deutlich länger.
Die lederartige 8-bis-10-mm-Variante ist im Grunde Fruchtleder in Scheiben. Wie das gezielt gelingt, zeige ich dir im Beitrag „Fruchtleder trocknen“.
Wenn du dich nicht entscheiden kannst, nimm 6 mm. Das lässt sich gut schneiden, trocknet zuverlässig und schmeckt den meisten. Aber seien wir mal ehrlich: Du brauchst dafür kein Lineal. Mit Augenmaß geht das genauso gut. Und wenn die Stücke ein klein wenig unterschiedlich dick ausfallen, ist dein Projekt nicht direkt zum Scheitern verurteilt.
Für gleichmäßige Ergebnisse schneidest du die Wassermelone möglichst gleichmäßig, ideal sind etwa 6 mm dicke Scheiben.
Vorbereitung
- Melone in möglichst gleichmäßige Scheiben schneiden, am besten mit scharfem Messer oder Mandoline
- Schale abschneiden und die Scheiben in Dreiecke oder Streifen teilen
- Kerne entfernen
- Scheiben mit etwas Abstand auf die Dörrgitter legen. Sie sollten sich nicht berühren
Optional: Manche träufeln vor dem Trocknen etwas Limetten- oder Zitronensaft über die Scheiben. Das bringt eine frische Säure und hält die Farbe kräftig. Das muss aber nicht sein, ich mag den puren Melonengeschmack am liebsten.
Noch ein Tipp speziell für Wassermelone: Die dünnen, teils klebrigen Scheiben fallen leicht durch grobe Dörrgitter oder kleben fest. Eine feinmaschige Dörrmatte aus Silikon* passend zu den Maßen des Dörrgerätes löst genau dieses Problem und erleichtert dir das Ablösen deutlich.
Die Scheiben sollten sich auf dem Dörrgitter nicht berühren, damit sie gleichmäßig trocknen können.
Wassermelone dörren: Methoden & Temperatur
Kurz vorweg, falls du nur die Eckdaten suchst: Wassermelone dörrst du am schnellsten bei 60 bis 70 °C für 8 bis 16 Stunden, je nach Dicke. Das ist zwar nicht ganz so vitaminschonend wie etwas niedrigere Temperaturen von 50 bis 60 °C. Aber seien wir mal ehrlich: Bei diesem Snack geht es in erster Linie nicht um Vitamine, sondern um Geschmack. Und eine niedrigere Temperatur bedeutet auch deutlich längeres Trocknen. Bei einem Obst, das zum Großteil aus Wasser besteht, spielt das schon eine entscheidende Rolle. Die gängige Empfehlung fürs Obsttrocknen liegt bei rund 60 °C, ich gehe also bewusst nach oben, weil mir die Trockenzeit sonst zu lang wird. Bei anderem Obst, wie getrockneten Blaubeeren, auchte ich hingegen auf eine niedrigere Dörrtemperatur, da sie kleine Vitaminbomben sind.
Ein Hinweis für die dicke Variante: Bei den dünnen Chips ist die höhere Temperatur kein Problem. Machst du die lederartigen Scheiben mit 8 bis 10 mm, geh lieber auf 60 °C runter. Sonst werden sie außen schnell fest und bleiben innen feucht. Genau das, was wir bei der Restfeuchte vermeiden wollen.
Im Dörrautomat
- Temperatur: 60 bis 70 °C
- Dauer: 8 bis 16 Stunden, je nach Dicke und Wassergehalt
- Ergebnis: gleichmäßig, intensiv im Geschmack
Der Dörrautomat ist hier klar meine erste Wahl. Bei einer so langen Trockenzeit möchte ich den Ofen nicht die ganze Zeit belegen, sondern auch mal nutzen. Ich dörre Wassermelone bei 70 °C, weil ich die Trockenzeit sonst als viel zu lang empfinde. Plane trotzdem eine Nacht ein und lass das Gerät durchlaufen. Du möchtest dir einen Dörrautomat zulegen und siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht? Ich nutze ein Dörrgerät von Arendo* schon seit ein paar Jahren und bin sehr zufrieden damit. Deswegen kann ich es dir guten Gewissens empfehlen.
Wassermelone dörren ohne Dörrautomat: im Backofen
Du besitzt keinen Dörrautomaten? Dann geht es auch im Backofen.
- Einstellung: Umluft, Tür mit einem Holzlöffel einen Spalt offen halten, damit die Feuchtigkeit entweicht
- Temperatur: 60 bis 70 °C. Auch beim Backofen empfehle ich dir 70 °C. Dadurch, dass die Tür einen Spalt offen bleibt, entweicht immer etwas Wärme. Bei einer höheren Temperatur geht es einfach schneller.
- Dauer: ähnlich lang wie im Automaten
- Ergebnis: klappt, verbraucht aber deutlich mehr Strom als das Dörrgerät
Ehrlich gesagt: Bei 14 Stunden Backofen für ein paar Melonenscheiben würde ich zweimal überlegen, ob ich den Ofen nutze. Wenn du öfter dörrst, lohnt sich ein Dörrautomat schnell. Für den einmaligen Versuch tut es der Ofen aber allemal.
Woran erkennst du, dass die Wassermelone fertig ist?
Das hängt davon ab, was du möchtest:
- Chips: trocken und biegsam bis leicht knusprig, keine feuchten oder klebrigen Stellen
- Fruchtgummi-Variante: lederartig und elastisch, minimal klebrig
Der einfachste Test: eine Scheibe herausnehmen, kurz abkühlen lassen und drücken. Tritt noch Saft aus oder fühlt es sich feucht an, muss sie zurück ins Gerät.
Warum ist die Restfeuchte so wichtig? Ganz einfach: Schimmel braucht Wasser. Solange in den Scheiben noch Feuchtigkeit steckt, findet er eine Grundlage, auch wenn außen längst alles trocken aussieht. Und genau das ist die Tücke. Eine Scheibe kann sich oben schon trocken anfühlen und innen noch klamm sein. Deshalb reicht „sieht trocken aus“ eben nicht. Sie muss wirklich durch sein, sonst schimmelt dir der Vorrat weg.
Je nach Restfeuchte erinnern die Scheiben an Fruchtgummi oder werden angenehm knusprig wie Fruchtchips.
Wie viel bleibt beim Trocknen übrig?
Leider nicht viel. Wassermelone ist, wie der Name schon sagt, fast nur Wasser. Entsprechend stark schrumpft sie zusammen.
Rechenbeispiel: Aus rund 1 kg Fruchtfleisch bleiben grob 90 bis 120 g getrocknete Wassermelone übrig. Das ist ungefähr ein Zehntel des Ausgangsgewichts. Dafür konzentriert sich der gesamte Geschmack in den dünnen Scheiben. Und deshalb futtere ich meine auch immer so schnell weg.
Ist getrocknete Wassermelone gesund? Kalorien und Zucker
Getrocknete Wassermelone ist ein natürlicher Snack ohne Zusätze, aber kein Leichtgewicht. Beim Trocknen verschwindet fast nur das Wasser. Alles andere, vor allem der Zucker, bleibt und konzentriert sich.
Ein paar Zahlen zum Einordnen. Frische Wassermelone besteht zu rund 91,5 % aus Wasser und hat nur etwa 30 kcal und 6,2 g Zucker pro 100 g (Quelle: USDA FoodData Central).
Das Überraschende ist: Die Kalorien steigen nicht, weil Zucker hinzugefügt wird. Stattdessen verschwindet beim Dörren fast nur Wasser. Zucker und andere Inhaltsstoffe bleiben dagegen fast vollständig erhalten und konzentrieren sich dadurch immer stärker. Aus 100 g frischem Fruchtfleisch werden also nur rund 10 g getrocknete Wassermelone. Damit konzentriert sich alles etwa um das Zehnfache. Rechnerisch landest du bei grob:
- 280 bis 320 kcal pro 100 g
- 55 bis 65 g Zucker pro 100 g
Das sind gerechnete Werte auf Basis der Zahlen in meiner Quelle für frische Wassermelone, keine Labormessung. Je nach Restfeuchte schwankt das etwas.
Klingt nach viel Zucker, ist es auch. Aber in der Praxis isst du selten 100 g davon, denn getrocknet wiegt eine ganze Portion fast nichts. Eine kleine Handvoll (etwa 15 g) entspricht ungefähr dem Zucker von 150 g frischer Melone. Als bewusster Snack ist das super. Als „gesunde“ Nascherei ohne Ende eher nicht.
Getrocknete Wassermelone aufbewahren
Wenn die Scheiben wirklich durchgetrocknet sind, kannst du sie luftdicht, dunkel und trocken lagern. Schraubgläser oder Vakuumbeutel eignen sich am besten. Für längere Vorräte greife ich zum Vakuumierer*. Der zieht die Restluft raus und hält die Chips knackig.
Ein Tipp aus Erfahrung: Warte, bis die Chips komplett ausgekühlt sind, bevor du sie ins Glas füllst. Warme Ware schwitzt im geschlossenen Glas. Dann hast du wieder Feuchtigkeit drin, die du gerade mühsam rausgetrocknet hast.
Mehr zur richtigen Lagerung, zur Restfeuchtigkeit und zu den häufigsten Lagerfehlern findest du in meinem Beitrag „Getrocknete Lebensmittel richtig lagern“.
Nach dem vollständigen Auskühlen bleiben getrocknete Wassermelonen-Chips luftdicht gelagert mehrere Monate haltbar.
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Verwendungsideen für getrocknete Wassermelone
- Pur als Snack für unterwegs oder die Lunchbox
- Als süßes Topping auf Porridge, Joghurtalternative oder Eis
- Ins Müsli oder Granola
- Klein geschnitten in selbst gemachtes Studentenfutter
- Hübsch ins Glas gefüllt als kleines Mitbringsel
- Auf Nicecream
- Klein gehackt in Müsliriegeln
- Auf Käsekuchen oder veganem Cheesecake
- Als essbare Cocktaildeko
Wenn dir fruchtige Trockensnacks liegen, probier auch mal Erdbeeren trocknen oder Erdbeerleder.
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- Fruchtleder trocknen: Temperatur, Dauer & Tipps – falls dir die lederartige Variante gefällt
- Erdbeeren trocknen: Chips & Trockenfrüchte selber machen – der Klassiker unter den Fruchtchips
- Erdbeerleder selber machen – fruchtiger Trockensnack zum Vernaschen
- Getrocknete Lebensmittel richtig lagern – Schimmel, Haltbarkeit & Botulismus vermeiden
- Dörren & Trocknen im Überblick – alle meine Beiträge zum Thema
Fazit: Wassermelone dörren lohnt sich
Ja, es dauert. Wo so viel Wasser drinsteckt, geht es nicht schneller. Aber der Aufwand ist minimal, du brauchst nur Melone, ein Dörrgerät und Geduld. Am Ende hast du einen Snack, der intensiver schmeckt als alles, was du frisch von der Melone kennst. Bei 6 mm Dicke und 60 bis 70 °C machst du kaum etwas falsch. Und wenn dein Vorrat genauso schnell verschwindet wie meiner, dörrst du eh bald die nächste Ladung. Neue Ideen dafür findest du in meinem Überblick über alle Dörrrezepte.
Häufige Fragen zum Wassermelone dörren (FAQ)
Wie lange dauert es, Wassermelone zu dörren?
Wassermelone dörrt je nach Dicke meist 8 bis 16 Stunden. Bei dickeren Scheiben waren es bei mir rund 14 Stunden.
Bei welcher Temperatur dörrt man Wassermelone?
Am besten bei 60 bis 70 °C im Dörrautomat. Im Backofen etwa 70 °C mit einem Spalt offener Tür.
Wie dick sollten die Scheiben sein?
5 bis 8 mm für klassische Chips. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, nimm 6 mm.
Wie schmeckt getrocknete Wassermelone?
Deutlich süßer und intensiver als frisch. Viele beschreiben es als Mischung aus Fruchtgummi, Erdbeere und einem Hauch Tomate.
Kann man Wassermelone ohne Dörrautomat trocknen?
Ja, im Backofen bei etwa 70 °C mit einem Spalt geöffneter Tür. Es dauert ähnlich lang, verbraucht aber mehr Strom.
Ist getrocknete Wassermelone gesund?
Sie ist ein natürlicher Snack ohne Zusätze, aber durch das Trocknen konzentriert sich der Zucker stark. Rechnerisch kommt getrocknete Wassermelone auf grob 280 bis 320 kcal pro 100 g. In kleinen Mengen ist das ein toller Snack, aber kein kalorienarmes Naschwerk.
Wie bewahre ich getrocknete Wassermelone auf?
Vollständig ausgekühlt, dann luftdicht, dunkel und trocken in Schraubgläsern oder Vakuumbeuteln.
Kann man gelbe Wassermelonen ebenfalls dörren?
Ja. Gelbe Wassermelonen lassen sich genauso trocknen wie rote. An Temperatur und Trockenzeit ändert sich nichts. Der Geschmack fällt je nach Sorte etwas milder oder honigartiger aus, das Dörrergebnis ist aber vergleichbar. Wichtig ist auch hier, eine reife und aromatische Frucht zu verwenden.
Warum wird getrocknete Wassermelone klebrig?
Das ist völlig normal. Wassermelonen enthalten von Natur aus viel Zucker. Beim Trocknen verschwindet fast nur das Wasser, während sich der Zucker konzentriert. Je mehr Restfeuchte die Scheiben noch enthalten, desto klebriger fühlen sie sich an. Möchtest du knusprige Chips, musst du sie einfach etwas länger trocknen.
Muss ich die Schale vor dem Dörren entfernen?
a, das solltest du. Die Schale bleibt auch nach vielen Stunden im Dörrgerät sehr fest und ist nicht angenehm zu essen. Am besten schneidest du sie vollständig ab und trocknest nur das Fruchtfleisch.
Kann ich tiefgekühlte Wassermelone trocknen?
Ja, grundsätzlich schon. Lass die Melone vorher vollständig auftauen und tupfe überschüssige Flüssigkeit mit Küchenpapier ab. Bedenke aber, dass aufgetaute Wassermelone meist etwas weicher ist als frische. Die Scheiben lassen sich dadurch schwerer schneiden und können leichter reißen. Für das Dörren liefert frische Wassermelone deshalb meist das schönere Ergebnis.
Kann ich Wassermelone in der Sonne trocknen?
Davon würde ich eher abraten. Wassermelonen bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser und brauchen deshalb sehr lange zum Trocknen. In unserem Klima reicht die Sonneneinstrahlung meist nicht aus, um die Scheiben schnell und gleichmäßig zu trocknen. Währenddessen können sich Hefen oder Schimmel bilden. Mit einem Dörrautomaten oder einem Backofen gelingt das deutlich zuverlässiger.
Wie lange ist getrocknete Wassermelone haltbar?
Wenn die Scheiben vollständig durchgetrocknet sind und du sie luftdicht, trocken sowie dunkel lagerst, halten sie sich mehrere Monate. Enthalten sie dagegen noch zu viel Restfeuchte, können sie schimmeln. Lieber also etwas länger dörren als zu früh aufhören.
Warum schmeckt getrocknete Wassermelone viel süßer als frische?
Beim Dörren verschwindet fast nur Wasser. Zucker und Fruchtaromen bleiben dagegen nahezu vollständig erhalten. Dadurch konzentriert sich der Geschmack und die Wassermelone wirkt deutlich süßer, obwohl du gar keinen Zucker zugesetzt hast.

Wassermelone dörren – Chips & fruchtiges Leder selber machen
Zutaten
- 1 reife Wassermelone (Menge nach Belieben, es bleibt eh nur ein Zehntel übrig)
- etwas Limetten- oder Zitronensaft (optional)
Anleitungen
- Wassermelone in gleichmäßige Scheiben von etwa 6 mm schneiden, am besten mit Mandoline oder scharfem Messer.
- Schale abschneiden, Scheiben in Dreiecke oder Streifen teilen, Kerne entfernen.
- Optional mit etwas Limetten- oder Zitronensaft beträufeln.
- Scheiben mit etwas Abstand auf die Dörrgitter legen.
- Dörrautomat: bei 60 bis 70 °C trocknen, je nach Dicke 8 bis 16 Stunden.
- Backofen: bei 70 °C mit einem Spalt offener Tür (Holzlöffel einklemmen), ähnliche Dauer.
- Fertig sind sie, wenn nichts mehr feucht oder nur minimal klebrig ist. Chips dürfen biegsam bis leicht knusprig sein.